Die #Content-Offensive: #Spotify streamt ab sofort auch Videos und Podcasts

Bewegtbild rules Content: Der Streamingdienst Spotify, mit 60 Millionen Nutzern einer der größten Musikstreaming-Anbieter der Welt, hat gestern angekündigt, seine Smartphone-Musik-App ab sofort um eine Videoabruf-Funktion zu ergänzen. Aber auch Podcasts von Radiosendern sollen mit dabei sein. Der Anspruch hinter diesem Schachzug: „Soviel Content wie möglich auf die Plattform zu bringen.“


Ich bin bereits seit einigen Jahren begeisterter Premium-Kunde bei Spotify. Wann immer ich will, höre ich mir die neuesten Titel an und lade sie mir „to-go“ aufs iPhone. Mit Vergnügen habe ich auch festgestellt, dass es neben Musik auch Hörbücher gibt. Nicht schlecht für die lange Reise in Auto, Zug oder Flieger. Gestern kündigte Spotify nun an, seinen Kunden auch Wortbeiträge wie Podcasts und vor allem Videos als Streaming-Service zu bieten.

Spotify Content Offensive

Die Schweden werden dafür mit großen Medienunternehmen wie NBC, ABC und BBC zusammenarbeiten (faz.net). Auch die Mutter aller Musikvideosender MTV wird auf Spotfiy versuchen, ihren Lebenszyklus verlängern. „Das Ziel ist es, so viel Content wie möglich auf die Plattform zu bekommen“, erläutert Deutschland Geschäftsführer Stefan Zilch gegenüber dem Newsservice Turi seine Strategie.

In Deutschland sind Deutschlandradio und Bayerischer Rundfunk mit Podcasts von Anfang an mit Radioinhalten dabei. Sogar das YouTube-Vermarktungsnetzwerk Mediakraft will Clips seiner YouTube Stars hochladen.

Die Konkurrenz der Content- und Bewegbild-Plattformen ist damit um einen Player reicher und härter geworden. Zwar war die Geschäftsbilanz von Spotify bisher eher durchwachsen. Aber das schnell wachsende Unternehmen dringt mit dieser Maßnahme nun weiter in Apples itunes-Geschäft ein und macht auch YouTube erstmals Konkurrenz.

Der Konkurrenzkampf der Content-Plattformen hat gerade erst begonnen.

Apple war mit iTunes über viele Jahre erfolgreich. Inzwischen sind die Verkäufe dort rückläufig. Streaming gräbt Download zunehmend das Wasser ab. Apple will Spotify daher bald eine sehr breite Stirn bieten und im Juni seinen eigenen Streamingdienst vorstellen – basierend auf Beats Music, das man vor einem Jahr übernommen hatte (faz.net). Googles YouTube plant dagegen angeblich einen Abo-Service, über den Videos werbefrei gezogen werden können. Damit möchte man das Angebot individualisieren und besser auf die Bedürfnisse der Abonnenten abstimmen können.

Auch Streaming-Konkurrent Deezer hat sein Angebot um Audio-Inhalte erweitert und arbeitet dafür u.a. mit Financial Times und Slate zusammen (heise). Zunächst nur in Frankreich, Großbritannien und Schweden, aber sicher: More to come. Der Konkurrenzkampf der Plattformen um Aufmerksamkeit für Content hat gerade erst begonnen.

Die Chance für Content-Produzenten: Spotify & Co brauchen mehr Inhalte

„Wir stellen keine Inhalte her, wir bieten die Plattform“, beschreibt Spotify-Geschäftsführer Zilch auf Turi das Geschäftsmodell. Man werde den Medienunternehmen auch Geld dafür bezahlen, dass sie ihre Inhalte auf der Plattform streamen. Damit bietet Spotify Verlagen und Medienanstalten ein Argument mehr für die Evolution ihrer Geschäftsmodelle. Und Unternehmen, die es schaffen, mit ihren Marken relevanten Content zu produzieren, haben nun neben Social-Media Plattformen wie Facebook & Co eine Möglichkeit mehr, ihre Botschaften an eine nach ihren Interessen spezifizierte und vor allem mobile Zielgruppe zu bringen.

Die neuen Spotify-Funktionen werden in den nächsten Tagen in Deutschland als eines der ersten Länder freigeschaltet.


Eine Antwort


  1. […] sich Content Marketing Verantwortliche täglich stellen. Auch Content-Anbieter wie Netflix oder Spotify lernen täglich dazu, mit welchen Inhalten sie ihre Zuschauer und Hörer bei der Stange halten […]

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