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Innovation im Design durch KI-basierte Projektentwicklung

Die Kreativbranche erfährt durch KI-Technologien wie ChatGPT und Dall-E eine signifikante Transformation. Und André Hennen steht mit seinem Kurs an der Design Factory International an vorderster Front dieser Entwicklung. Er verbindet kreatives Denken mit innovativen Technologien, um mit seinen Studierenden den Designprozess zu revolutionieren. Er spricht über Pitch Decks, KI-basierte Projektentwicklung und die Auswirkungen dieser Tools auf Kreativität und Produktivität im Design.

Du leitest einen Kurs zur KI-basierte Projektentwicklung an der Design Factory International. Kannst du uns einen Einblick geben, wie dieser Kurs aufgebaut ist und wie KI-Tools wie ChatGPT die Studierenden bei der Entwicklung ihrer Projekte unterstützen?

Ja, ich leite den Kurs seit vier Jahren. Ursprünglich hieß der Kurs „Text & Entwicklung“. Aber seit 2021 heißt er „KI-basierte Projektentwicklung“ bzw. „Applied AI for Creatives“. Unser Hauptziel ist es, die Studierenden in die Lage zu versetzen, ihre eigenen Projektideen zu entwickeln, die so unterschiedlich sein können wie Ausstellungen, Apps, Magazine oder Plattformen. Wichtig ist, dass die Projekte entweder unterhaltsam oder nützlich sind. Mit ChatGPT identifizieren wir Probleme und entwickeln Lösungen. Das Besondere ist, dass wir dank ChatGPT schnell eine Vielzahl von Projektideen generieren, oft schon in der zweiten Semesterwoche. Am Ende steht ein überzeugendes Pitch Deck, das die Idee klar und verständlich darstellt. Neben ChatGPT verwenden wir auch andere Tools wie Dall-E, um die Studierenden bei der visuellen Darstellung ihrer Ideen zu unterstützen. Durch den Einsatz dieser Technologien ist der Kurs effizienter geworden und die Studierenden können in kürzerer Zeit produktiver arbeiten.

„Mit ChatGPT identifizieren wir Probleme und entwickeln Lösungen. Das Besondere ist, dass wir dank der KI-Tools schnell eine Vielzahl von Projektideen generieren, oft schon in der zweiten Semesterwoche.“

André Hennen
André Hennen
André Hennen, Kursleiter für KI-basierte Projektentwicklung an der Design Factory International.

In deiner Lehrveranstaltung verwendest du eine Reihe von KI-Tools zur Unterstützung der Projektentwicklung. Kannst du uns einige dieser Tools nennen und erklären, wie sie zur Ausbildung der Studierenden beitragen?

Wir verwenden tatsächlich eine Reihe von KI-Tools, einschließlich ChatGPT, Dall-E und Midjourney. Aber die Studierenden haben auch die Freiheit, andere Tools zu verwenden, je nach den Anforderungen des Projekts. Wir erkunden verschiedene Tool-Sammlungen wie FutureTools.io oder Superhuman Tool Vault, um das optimale Tool für jedes Projekt zu finden. Einige Studierende verknüpfen auch verschiedene KI-Tools intelligent miteinander oder bauen Workflows mit ComfyUI. Diese dienen nicht nur als Inspirationsquelle, sondern steigern auch die Effizienz bei Visualisierungsaufgaben oder der Sprachverarbeitung.
Ein wichtiger Aspekt des Kurses ist es, den Studierenden die Angst vor KI zu nehmen und ihnen zu zeigen, dass KI eine Ergänzung und kein Ersatz für menschliche Kreativität und Fähigkeiten ist.

Die Evolution der Kreativität: KI-basierte Projektentwicklung

Kannst du uns mehr darüber erzählen, wie du die Studierenden in deinem Kurs anleitest, kreative und effektive KI-basierte Projekte zu entwickeln? Gibt es bestimmte Schlüsselfragen oder Techniken, mit denen du den Prozess strukturierst?

Mein Ansatz zur Unterstützung der Studierenden bei der Entwicklung ihrer KI-basierten Projekte basiert auf drei Schlüsselfragen, die ich ihnen stelle. Die erste Frage lautet: „Was ist ein Thema, das dich persönlich interessiert?“ Hier sollen die Studierenden ein Thema finden, das sie wirklich begeistert und motiviert. Das ist der Ausgangspunkt, um sicherzustellen, dass sie sich für das Projekt engagieren und von ihrer Idee begeistert sind.

Die zweite Frage lautet: „Was sind die Probleme oder Herausforderungen, die mit diesem Thema verbunden sind?“ Diese Frage soll sie dazu bringen, spezifische Aspekte oder Probleme zu identifizieren, die mit dem von ihnen gewählten Thema verbunden sind. Dies hilft ihnen, das Thema zu vertiefen und mögliche Bereiche für Innovationen zu identifizieren.

Die dritte und entscheidende Frage lautet: „Wie kann eine kreative Lösung für dieses Problem entwickelt werden?“ Ziel ist es, die Studierenden zu innovativen Lösungen zu ermutigen, die mit Hilfe von KI-Tools wie ChatGPT umgesetzt werden können. Dieser Prozess ermutigt sie, über den Tellerrand hinaus zu denken und kreative Ansätze zu verfolgen.
Insgesamt handelt es sich um einen Prozess, der die Studierenden anleitet, eigene Ideen zu entwickeln, diese kritisch zu hinterfragen und dann kreative Lösungen zu erarbeiten. Durch die Beantwortung dieser drei Fragen sind die Studierenden in der Lage, Projekte zu entwickeln, die sowohl innovativ als auch persönlich bedeutsam sind.

Dreistufige KI-Projektentwicklungsformel:

  • Interesse identifizieren: „Was ist ein Thema, das dich persönlich interessiert?“ Ziel: Finden eines begeisternden und motivierenden Themas.
  • Probleme erkennen: „Was sind die Probleme oder Herausforderungen in Bezug auf dieses Thema?“ Ziel: Identifizieren spezifischer Probleme oder Herausforderungen im Zusammenhang mit dem gewählten Thema.
  • Lösungen entwickeln: „Wie kannst du eine kreative Lösung für dieses Problem entwickeln?“ Ziel: Anregen der Studierenden, innovative Lösungen zu finden und mit KI-Tools umzusetzen.

Von der Idee zum Pitch Deck: Die Reise der Studierenden in der KI-Welt

Wie gehst du in deiner Lehrveranstaltung zur KI-basierte Projektentwicklung vor, um die Studierenden auf die Präsentation ihrer Projekte vor potenziellen Kunden, Investoren oder Sponsoren vorzubereiten? Gibt es spezielle Methoden oder Werkzeuge, die du in diesem Prozess einsetzt?

Ein wesentlicher Bestandteil des Kurses ist es, die Studierenden darauf vorzubereiten, ihre Projekte effektiv zu präsentieren. Dazu verwenden wir das Konzept eines Pitch Decks, wie es in Start-up Kreisen üblich ist. Dieses Pitch Deck ist international anerkannt und folgt einer klaren Struktur mit wenigen Slides (10-15), wobei wir mehr auf die Projektidee als auf die Finanzierung eingehen. Ziel ist es, dass die Studierenden lernen, ihre Ideen klar und überzeugend zu präsentieren. Dazu gehört auch die Entwicklung eines Geschäftsmodells, das zeigt, wie ihr Projekt nachhaltig sein kann. Das kann von einer Ausstellung, die sich selbst trägt, bis hin zu einem Podcast mit Sponsoren reichen.

Ich betone, wie wichtig es ist, die kreative Arbeit in ein tragfähiges Geschäftsmodell umzuwandeln. Denn die Studierenden müssen verstehen, wie sie mit ihrer Kunst Geld verdienen können, sonst bleibt es nur ein Hobby. Am Ende des Kurses steht nicht nur ein Projekt für die Hochschule, sondern eine überzeugende Präsentation für externe Sponsoren oder Investoren. Das Pitch Deck dient dabei als zentrales Werkzeug, um ihre Ideen strukturiert und effektiv zu kommunizieren.

Pitch Deck Framework:

  • Themenwahl: Was ist ein Thema, das dich persönlich interessiert? – Die Studierenden wählen ein Thema, das sie begeistert, wie z.B. Urlaub.
  • Problemidentifikation: Was sind die Probleme oder Herausforderungen in Bezug auf dieses Thema?“ – Die Studierenden identifizieren spezifische Probleme oder Herausforderungen im Zusammenhang mit dem gewählten Thema.
  • Kreative Lösungsentwicklung: Wie kannst du eine kreative Lösung für dieses Problem entwickeln?“ – Die Studierenden nutzen KI-Tools, um innovative Lösungen für die identifizierten Probleme zu entwickeln.
  • Geschäftsmodell: Entwicklung eines Business-Modells für das Projekt, um seine finanzielle Tragfähigkeit zu gewährleisten.
  • Präsentation und Pitch: Erstellung eines Pitch Decks, das die Projektidee, die Herausforderungen, die kreativen Lösungen und das Geschäftsmodell effektiv kommuniziert, um das Projekt potenziellen Sponsoren oder Investoren vorzustellen.
Von Student Oscar Grimm entwickelt: Sneakers mit integrierten Rollschuhen, entworfen mit Hilfe von KI-basierten 3D-Design- und Animationswerkzeugen.

In deiner Lehrveranstaltung konfrontierst du die Studierenden mit KI-basierten Projekten. Kannst du uns einige der Herausforderungen beschreiben, mit denen deine Studierenden konfrontiert sind und wie sie diese meistern? Was sind die wertvollsten Lernerfahrungen in diesem Prozess?

Die Studierenden in meinem Kurs sind mit einer Reihe spannender Herausforderungen konfrontiert, wenn sie sich mit KI-Technologien auseinandersetzen. Da ist zunächst die technische Seite – das Erlernen und Anwenden der KI-Tools. Aber es geht um viel mehr. Es geht darum, ihre Kreativität zu überdenken und zu erweitern. Einige Studierende sind anfangs skeptisch oder sogar ängstlich gegenüber KI. Aber im Laufe des Kurses lernen sie, diese Technologien als wertvolle Werkzeuge zu betrachten. Sie erkennen, dass KI ihre Kreativität nicht ersetzt, sondern bereichert. Die größte Lernerfahrung ist oft, wie sie diese neuen Werkzeuge nutzen können, um ihre Ideen auf innovative Weise auszudrücken.

ChatGPT und Dall-E: Revolutionäre Werkzeuge im kreativen Prozess

Wie siehst du den Einfluss von KI auf kreative Prozesse und Lernmethoden im Kommunikationsdesign? Gibt es bestimmte Veränderungen in der Art und Weise, wie Studierende denken und Probleme lösen?

KI hat definitiv die Landschaft des Kommunikationsdesigns verändert. Die Studierenden lernen, über den traditionellen Designansatz hinauszugehen. Mit KI-Tools erleben sie eine neue Dimension der Kreativität. Sie experimentieren mit Ideen, die vorher unmöglich schienen. Diese Technologien eröffnen neue Perspektiven und Lösungswege, und das begeistert die Studierenden. Es geht nicht mehr nur darum, schöne Produkte zu entwerfen. Sondern darum, wie Design interaktiv, reaktionsfähig und sogar vorausschauend sein kann. Die größte Veränderung, die ich beobachte, ist die wachsende Bereitschaft der Studierenden, Risiken einzugehen und über traditionelle Grenzen hinauszudenken. Das ist die wahre Kraft der KI im Design – sie ermutigt zu mutiger Innovation und kreativem Denken.

Jermaine Kims Projekt: Ein Pop-up-Store in St. Pauli mit feministischer Ausstellung und eigenem Magazin, dessen Inhalte komplett von ChatGPT erstellt wurden. Ein Logo gehört natürlich auch dazu.

Könntest du einige herausragende Projekte von Studierenden hervorheben, bei denen KI-Tools in der Lehrveranstaltung eingesetzt wurden, und erklären, wie sie die Kreativität und die technischen Fähigkeiten der Studierenden verbessert haben?

Gerne, es gab in der Tat einige sehr beeindruckende Projekte. Eines davon stammt von einem Studenten namens Oscar Grimm, der Turnschuhe mit integrierten Rollschuhen entwickelt hat. Er benutzte verschiedene KI-Tools für das 3D-Design und die Animation – was besonders spannend war, da er vorher noch nie mit 3D-Tools oder Animation gearbeitet hatte. Ein weiteres bemerkenswertes Projekt kam von Jermaine Kim, der einen Pop-up-Store in St. Pauli betreibt und eine feministische Ausstellung mit eigenem Magazin gestaltete. ChatGPT lieferte den gesamten Inhalt des Magazins. Er wollte einen Raum schaffen, der Menschen mit unterschiedlichen Meinungen zusammenbringt. Ein drittes Projekt der Studentin Lelaina Vollath war ein Kunstmagazin, das surreale Konzepte mit der Realität verband. Sie wollte erlernte Denkmuster mit Hilfe von KI aufbrechen. Teil des Magazins sind auch die Midjourney Prompts.

Diese Projekte veranschaulichen auf eindrucksvolle Weise, wie KI-Tools nicht nur die Kreativität der Studierenden erweitern. Sondern es ihnen auch ermöglichen, schnell innovative Ideen zu entwickeln und umzusetzen. Sie zeigen, dass KI-Tools für eine KI-basierte Projektentwicklung eine wichtige Rolle bei der Förderung sowohl der kreativen als auch der technischen Fähigkeiten der Studierenden spielen.

André, vielen Dank für das interessante Gespräch!

Zur Person ANDRÉ HENNEN:

André Hennen ist ein vielseitiger Kreativ-Experte und Dozent. Seit 2021 leitet er den Kurs „KI-basierte Projektentwicklung“ an der Design Factory International. Bekannt ist er auch als Gründer der Plattform asap.industries GmbH, Autor des Buches Kunst, Kommerz & Kinderkriegen, Host des Podcasts Queraussteiger und aktuell Creative Lead bei der Curious Company in Hamburg. Außerdem ist er seit 2016 Mitglied im ADC und engagiert sich in den Bereichen „Digitale Medien“ und „Forschung & Lehre“.



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